ES IST NICHT DIE HAND, SONDERN DAS HERZ, DAS GIBT!“

(Tansanisches Sprichwort)

1. Geografische Lage und Bevölkerung

In Ostafrika, zwischen u.a. Kenia, der Republik Kongo, Mosambik sowie dem Indischen Ozean befindet sich die Vereinigte Republik Tansania. Mit einer Größe von 947.300 Quadratkilometern ist Tansania zweieinhalbmal so groß wie Deutschland,. wobei die Bevölkerungszahl mit ca. 55 Millionen Menschen deutlich unter der deutschen liegt. Die Bevölkerungsdichte beträgt 56,95 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Religionszugehörigkeit wurde seit 1959 nicht mehr offiziell erfasst, wobei schätzungsweise ca. 40% der Tansanier Muslime und 40% Christen sind. Der Rest der Bevölkerung gehört anderen Religionen an.

Die Geografie dieses vielseitigen Landes wird zum einen von Bergen, darunter der höchste Berg Afrikas, der Kilimandscharo, Kratern und Schluchten und zum anderen von Feucht- und Trockensavannen, wie zum Beispiel der Masai-Savanne, geprägt. Viele der Gebiete sind mittlerweile Nationalparks, wie die Serengeti Wüste, die ein beliebtes Ziel für Safari-Reisen ist und Besucher aus aller Welt anlockt.

2. Klima und Infrastruktur

Durch die Nähe zum Äquator herrschen in Tansania ganzjährig warme bis heiße Temperaturen mit zum Teil hoher Luftfeuchtigkeit.

Die Küstenregionen und Sansibar bieten meist heißes und tropisches Klima mit Temperaturen zwischen 25°C und 35°C und einer hohen Luftfeuchtigkeit (70-85%). Die Nächte sind ebenfalls warm. Auf dem Zentralplateau im Landesinneren sind die Temperaturen niedriger, auch die Luftfeuchtigkeit ist nicht so hoch. Tagsüber ist es heiß und nachts sehr kühl.

Die Infrastruktur in Tansania ist derzeit im Vergleich zu europäischen Standards recht schlecht ausgebaut. Es gibt lediglich einige große Straßen im Land, die die wichtigen und großen Städte wie die Hauptstadt Dodoma und die größte Stadt des Landes, Daressalam, miteinander verbinden. Weiterabgelegene Orte sind nur mit langen Autofahrten über staubige Straßen oder kleine Flughäfen erreichbar. Auch gibt es bisher erst an wenigen Orten ein gut ausgebautes Internet-System, welches dann aber entsprechend langsam ist.

3. Geschichte

Das Land Tansania blickt auf eine lange Geschichte zurück. Von hier aus wurde über Seestraßen seit Jahrhunderten Handel mit verschiedensten Ländern betrieben. Auch dieses afrikanische Land blieb vom Sklavenhandel nicht verschont. Im Jahr 1885 wurden große Teile des Landes durch einen Kaufvertrag mit dem damaligen Sultan zu einer deutschen Kolonie, was zur Ausbeutung und Misshandlung der Bevölkerung führte. Nach dem ersten Weltkrieg teilte man die Kolonie unter den Siegermächten auf. Das Gebiet in Tansania wurde der britischen Krone zugesprochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die UNO die Verwaltung des Landes. Erst im Jahr 1961 konnte das Festland seine Unabhängigkeit erreichen, Sansibar folgte im Jahr 1963. Im Jahr 1964 wurde dann die Republik, wie sie heute besteht, aus dem Zusammenschluss des Festlandes mit Sansibar gegründet und der Name Tansania entstand aufgrund des Zusammenschlusses der Landteile Tanganyika und der Insel Sansibar. Der britische Einfluss ist auch heute noch im Land zu spüren. So ist die Bildungs- und Verkehrssprache Englisch, wobei die Amtssprache Kisuaheli ist.

4. Wirtschaft und Politik

Tansania verfügt zwar über ein gutes und stabiles Wirtschaftswachstum von 6-7 Prozent pro Jahr, jedoch reicht das nicht aus, um die Armut zu senken, da die Bevölkerung jährlich um ca. 3 Prozent ansteigt. Tansania liegt auf Platz 151 von 188 des Human Development Index und gehört damit zu den ärmsten Ländern der Welt. Knapp ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze und 46 Prozent steht weniger als 2 USD am Tag zur Verfügung. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft und versuchen, so gut es möglich ist, sich selbst und ihre Familie mit dem Ertrag der Felder und dem gehaltenen Vieh zu ernähren. Lebensmittel sind sehr rar und teuer, sodass sich viele Menschen einen Zukauf nicht leisten können. Auf Grund der einmaligen Landschaft und der Kultur des Landes wird Tansania aber immer stärker als touristisches Ziel interessant. Der Tourismus gewinnt daher als Wirtschaftszweig mehr und mehr an Bedeutung. Daher ist man bemüht, die notwendige Infrastruktur bereit zu stellen und ein angemessenes Angebot an Freizeitmöglichkeiten für die Urlauber zu schaffen. Vor allem die Nationalparks sorgen für einen stetig steigenden Besucherandrang.

Tansania ist einer der politisch beständigsten und friedlichsten Staaten in Afrika südlich der Sahara und wirkt stabilisierend in einer Region, die durch zahlreiche Konflikte geprägt war und ist. Das Land genießt inner- und außerhalb Afrikas den Ruf als ‚Hort des Friedens‘.

Nach der Unabhängigkeitserklärung vom Vereinten Königreich sah die politische Situation gänzlich anders aus: Es wurde ein afrikanischer Sozialismus angestrebt. Die Ujamaa-Dorfgemeinschaft galt als Beispiel für Produktions- und Verteilungsmuster. Die Ausweitung dieses Modells auf größere Produktionseinheiten für ganz Tansania scheiterte allerdings und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechterten sich massiv.

Erst 1986 begann das Land, sich auf marktwirtschaftliche Verhältnisse umzuorientieren. Ähnlich wie in anderen ehemals sozialistischen Staaten beginnt auch in Tansania ein Umdenken nach einer langen Periode staatlicher Lenkung, die sich dämpfend auf Eigeninitiative und Arbeitseinstellung ausgewirkt hat.

Tansania verfügt nun über ein etabliertes Regierungssystem, einer zentralstaatlichen Präsidialrepublik. Die CCM (Chama Cha Mapinduzi = Partei der Revolution) ist die Regierungspartei. Es handelt sich dabei um ein demokratisches Mehrparteiensystem, aber Oppositionsparteien finden auf dem Festland kaum Gehör. Das Land hat also noch immer mit den Folgen des gescheiterten Sozialismus zu kämpfen.

5. Bildung

Die Schulbildung setzt sich nach britischem Vorbild aus drei Ebenen zusammen:

Es gibt eine Grundschule (Primary School), die laut der herrschenden Schulpflicht alle Schüler kostenlos besuchen können. Die Ausbildung dort umfasst sieben Jahre. Häufig kommen die Schüler hier zum ersten Mal mit der englischen Sprache in Verbindung, da sie zuvor lediglich Kisuaheli zur Kommunikation benötigt haben. Seit dem 01.01.2016 ist dank eines neuen Gesetzes der Besuch von öffentlichen Schulen bis einschließlich der 11. Klasse kostenlos. So besuchen die Schüler anschließend die weiterführende Schule (Secondary School), die insgesamt sechs Schuljahre umfasst. Die Hochschulreife kann dann in den Klassen 12 und 13 erreicht werden. Allerdings müssen diese Schulen privat bezahlt werden.

Durch die größtenteils kostenlose Zurverfügungstellung der Schulbildung ist es jedoch sehr schwierig die Bildung und Schulen zu finanzieren. Häufig werden also extrem große Klassen mit ca. 70 Personen unterrichtet und eine individuelle Förderung ist nicht möglich. Das spiegelt sich in der Qualität der Ausbildung wider und oft ist nur ein sehr rudimentäres Wissen vorhanden.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die weiten Wege, die die Schüler zurücklegen müssen. Oft ist ein anstrengender, 2-3 Stunden langer Fußmarsch nicht die Ausnahme – was den Schulweg zu einer täglichen strapaziösen Reise macht.

6. Medizinische Versorgung

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Tansania liegt bei 61,5 Jahren.

Das staatlich geführte Gesundheitssystem ist hierarchisch gegliedert. Hierbei werden mehrere Versorgungsebenen unterschieden. An der Spitze befinden sich nur wenige Zentral- und Schwerpunktkrankenhäuser, die sich nach teurem internationalem Standard orientieren. Sie liegen in großen und bedeutenden Städten, wie Daresalaam, der größten Stadt des Landes, Mwanza, direkt am Viktoria See oder Moshi, der Hauptstadt der Verwaltungsregion Kilimanjaro. Bereits in den regionalen Krankenhäusern nimmt die Kompetenz ab und die Anzahl der Patienten je Arzt steigt. In den District-Hospitälern kommen dann beispielsweise auf ein Krankenhausbett 1.000 Patienten und zwei bis vier Ärzte auf ca. 200.000 Einwohner. Eine flächendeckend gute Versorgung scheitert schon an der schlechten Infrastruktur des Landes, an fehlenden Straßen und mangelhaften Kommunikationsmöglichkeiten von den entlegenen Regionen in die Städte.

Die Staatsausgaben für den Gesundheitssektor liegen bei 5,9%. Problematisch dabei ist die ungleiche Verteilung der finanziellen Mittel. 85% der Gesundheitsausgaben kommen den Zentral- und Schwerpunktkrankenhäusern, die in den großen Städten liegen, zugute. Diese erreichen aber nur 10% der Bevölkerung. Lediglich der Rest, nämlich 15% der finanziellen Mittel, stehen für die Versorgung von 90% der Bevölkerung zur Verfügung.

Ein zusätzliches Problem des tansanischen Gesundheitssystems ist der Mangel an Personal in den Kliniken. Es gäbe genügend ausgebildete Fachkräfte – alleine 2000 Ärzte sind ohne Anstellung – jedoch fehlen dem tansanischen Staat die Mittel, diese anzustellen. Bereits seit 2015 gibt es einen Anstellungsstopp – ein Ende ist nicht in Sicht.

Die häufigsten und schwerwiegendsten Krankheiten in Tansania sind laut WHO Malaria, HIV, AIDS und Tuberkulose. Auch erkranken viele Menschen in Tansania an Diphterie und Hepatitis. Die Hygienebedingungen im Land sind oft mangelhaft und fernab von westlichen Standards. Auch die Beschaffung der Arzneimittel gestaltet sich schwierig. Ebenso ist die richtige Lagerung der Medikamente eine ständige Herausforderung.

Wie bereits erwähnt, wächst die Bevölkerung von Tansania stätig weiter an. Die Frauen gebären im Durchschnitt 5,1 Kinder. Im Jahr 2015 sind über 550 Frauen pro 100.000 Lebendgeburten gestorben – in Deutschland sind es dagegen nur sieben Frauen. Häufig könnten die Ursachen erkannt und vermieden werden, weshalb die derzeit unzureichende Schwangerschaftsversorgung dringend verbessert werden muss. Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 56,7. Unter- oder Fehlernährung hat schwerwiegende Folgen: erhöhte Sterblichkeit, verzögerte geistige und motorische Entwicklung, schwache Schulleistungen und verminderte Produktivität. 60% der Todesfälle von Unter-Fünfjährigen gehen auf falsche Ernährung, knapp 40% auf Infektionskrankheiten zurück.

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