Hintergrundinformationen

1. Medizinische Versorgung

Vor 2009 hatte der Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Dies änderte sich ab diesem Jahr, denn fortan verbesserte sich die Gesundheitsversorgung kontinuierlich: die Lebenserwartung stieg auf durchschnittlich 69 Jahre an, die Kindersterblichkeit ging zurück und es gibt einen besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung, sanitären Einrichtungen und sauberen Wasser. Impfungen erreichen mittlerweile fast die gesamte Bevölkerung und es wird versucht vermehrt Krankenhäuser zu bauen, um die medizinische Versorgung zu dezentralisieren. Große Unterstützung erhält Bolivien dabei von Kuba. Kuba vergibt Stipendien an bolivianische Medizinstudenten, um dort studieren zu können und weiterhin behandeln kubanische Ärzte Patienten in Bolivien. Jedoch können größere Operationen nicht in Bolivien durchgeführt werden, weshalb dafür bevorzugt Nachbarländer wie Chile oder Argentinien aufgesucht werden.

Im Rahmen eines Projekts sollen von 2015 bis 2020 mit einer Spende von 1,6 Milliarden US-Dollar, verteilt auf alle Provinzen, 46 Krankenhäuser gebaut werden.

Statistiken aus dem Jahr 2016 zeigen, dass, gemessen an den Lebendgeburten, 3,7% Kinder vor dem Erreichen des 5. Lebensjahres verstarben. Im Jahr 2006 war der Prozentteil noch fast doppelt so hoch.

Auch wenn das Gesundheitssystem in Bolivien derzeit einen Aufwind erfährt, profitieren nicht alle Menschen davon. Sehr viele Bolivianer haben keine Kranken- oder Unfallversicherung und können privat nicht für eine Behandlung beim Arzt oder im Krankenhaus aufkommen. Kinder – und besonders die Straßenkinder ohne jegliche Betreuung – haben keine Chance eine ausreichende Gesundheitsversorgung zu erfahren.

2. Geografische Lage und Bevölkerung

Im Herzen Südamerikas, umschlossen u.a. von Brasilien, Paraguay und Chile, liegt Bolivien, eines der ärmsten Länder Südamerikas. Rund 40% Der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Mit einer Größe von 1.098.581 Quadratkilometern ist das Land ungefähr dreimal so groß wie Deutschland. Bei einer Bevölkerungsdichte von 9,94 Einwohner pro Quadratkilomentern, liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bei ca. 6.000 €; in Deutschland liegt es zum Vergleich bei ca. 41.000 €.

Die dortige Landessprache ist Spanisch, doch überwiegend werden in ländlichen Gegenden auch noch über 30 indigene Sprachen gesprochen, da 60% der Bevölkerung Indígenas, d.h. Nachfahren der Ureinwohner sind.

Als römisch-katholisch bezeichnen sich rund 80% der bolivianischen Bevölkerung, wobei sich der Glaube oft mit Magie, Geistern und Gottheiten der Aymara und Inker vermischt.

Geografisch unterteilt sich Bolivien in drei Zonen, die unterschiedlicher nicht seien könnten: das Gebirge Altiplano, das Tiefland Yungas und das tropische Amazonasgebiet. Dabei liegt die Hauptstadt Sucre im Süden des Landes, der Regierungshauptsitz befindet sich im Westen in der Stadt La Paz, von der aus in nur zwei Stunden Fahrt der berühmte Titicaca-See zu erreichen ist. 

3. Klima und Infrastruktur

Aufgrund der stark schwankenden Höhenunterschiede gibt es große Temperaturunterschiede. Im Gebiet des Altiplano, das sich ab 3000 m über dem Meeresspiegel befindet, liegen die Temperaturen meist zwischen 15 und 20 °C, in der Nacht kann es jedoch auch bis auf den Gefrierpunkt abkühlen. Deshalb kann es jeden Monat Schnee und Frost geben. Im Tiefland des Yungas herrscht ein subtropisches Klima und es gibt viel Feuchtigkeit und Regen, doch kann es auch dort ab 2000 Höhenmetern Schnee geben. In der Tiefebene in Amazonasnähe herrscht ein tropisch-feuchtes Klima, bei ca. 30°C.

Bolivien hat mit einem gravierenden Mangel an Infrastruktur zu kämpfen, da nur 5% der Straßen betoniert sind. Die meisten Städte sind zwar durch Straßen miteinander verbunden, aber diese Straßen bestehen nur aus Schotter, was in Verbindung mit Regen zu Schlammrutschen führen kann. Kein Wunder also, dass sich einer der tödlichsten Straße der Welt in Bolivien befindet.  Auch das Eisenbahnnetz ist gering ausgebaut, Binnenschifffahrten sind nur im Tiefland möglich.

4. Geschichte

Wie viele Länder dieser Welt blickt auch Bolivien auf eine reiche Geschichte zurück. Das einstige Teilgebiet des Inka-Reichs wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern besetzt, die die Silbermienen ausplünderten und Tiahuanaco, wie das bolivianische Gebiet zu der Zeit noch hieß, in ihre Kolonialmacht eingegliederten.

Ende des 18. Jahrhundert häuften sich die Aufstände indigener Gruppen gegen die Spanier, bis schlussendlich am 6. August 1825 die Republica de Simon Bolívar ausgerufen wurde, benannt nach dem Freiheitskämpfer und später erstem Präsidenten Boliviens, Simon Bolívar. Die über 200 Revolutionen, 80 Machtwechseln der Präsidenten, ein dutzend Verfassungen und zahlreichen Putschen führten zu einer ausgeprägten Instabilität innerhalb Boliviens. Zudem wurde Bolivien auch von Korruption, Ausverkauf der Bodenschätze und einem starken Kampf mit den USA geprägt. Ende 2005 wird Evo Morales zum ersten indigenen Präsidenten Boliviens gewählt und regiert das Land auch noch heute.

5. Wirtschaft und Politik

Bolivien ist eine gemeinschaftsorientierte Demokratie mit Gleichberechtigung für Männer und Frauen, wobei besondere Aufmerksamkeit auf den Rechten und der Kultur der indigenen Bevölkerung und der ihnen gleichgestellten Afrobolivianer liegt. Der aktuelle Präsident Evo Morales und äußerte sich kritisch gegenüber der Koka-Politik. Kinderarbeit empfindet er als Teil der nationalen Kultur Boliviens, sodass er im Juli 2014 ein Gesetz verabschiedete, dass Kindern ab 10 Jahren die Arbeit erlaubt. Unterstützt durch Programme zur Alphabetisierung und Gesundheitsversorgung wird Bolivien von Venezuela und Kuba unterstützt. Dies regelt ein zuvor ausgearbeiteter Handelsvertrag zwischen den Ländern..

Trotz reicher Bodenschätze, wie Silber und Zinn, galt Bolivien lange Zeit als das exportschwächste Land Südamerikas. Die Staatseinnahmen konnten erstmals stark gesteigert werden, nachdem Präsident Evo Morales die Erdgasindustrie verstaatlicht hatte. Bolivien verfügt immerhin über die drittgrößte Erdgasreserve Südamerikas. Der Großteil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft aktiv. Es werden hauptsächlich Quinoa, Paranüsse und Kakao angebaut, kontrovers diskutiert wird jedoch der Koka-Anbau. Der Abbau von Lithium nimmt dahingegen nur einen sehr geringen Teil ein.

6. Bildung

Im Jahr 2001 gab es in Bolivien noch circa 14% Analphabeten. Dem versuchte Evo Moralis mit der Alphabetisierungskampagne „Bolivia cambia, Evo cumple“ von 2006 bis 2008 entgegen zu wirken, weshalb heute von einer Alphabetisierungsrate von 97% gesprochen werden kann. Obligatorisch sind seit 2009 zudem die Primarbildung und die Sekundärbildung an bolivianischen Schulen, die insgesamt sechs Jahre dauern.

You are donating to : Greennature Foundation

How much would you like to donate?
$10 $20 $30
Would you like to make regular donations? I would like to make donation(s)
How many times would you like this to recur? (including this payment) *
Name *
Last Name *
Email *
Phone
Address
Additional Note
Loading...

Mit der Nutzung unserer Webseite und Services erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Infos