Mount Sinai Centre

Windhoek, Namibia
Monika vom Mount Sinai Centre
kleines Kind das eine Milchflasche erhält
120 Essenspakete müssen verpackt werden
Helferin mit kleinem Kind
kleines Mädchen im Mount Sinai Centre
Mutter mit einem Milchpulverpaket
Kinder in Namibia
Eintreffen der Familien vor dem Mount Sinai Centre

Projektbeschreibung

Das Mount Sinai Centre – Hoffnung für die Kleinsten
Die wirtschaftliche Lage in Namibia ist katastrophal. 37% der Bevölkerung sind arbeitslos, das monatliche Einkommen liegt bei durchschnittlich € 120 – die Preise im Supermarkt jedoch gleichen beinahe den unseren. Ein weiteres riesiges Problem des Landes ist die hohe HIV-Infektionsrate. Es gibt unterschiedliche Zahlen, aber man kann davon ausgehen, dass mindestens 20% der Bevölkerung das tödliche Virus in sich trägt.
Im Armenviertel Katutura in Windhoek kümmert sich deshalb seit 2009 das Mount Sinai Centre um die verwundbarsten der Gesellschaft: von HIV betroffene Babys und Kinder. Wo dem Nachwuchs HIV-positiver Mütter früher oftmals das Nötigste zum Überleben gefehlt hat, setzt sich das Centre Tag für Tag mit viel Engagement und Herzenswärme dafür ein, ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Essen für HIV-positive Kinder
Die hohe HIV-Quote in Namibia hat für alle fürchterliche Konsequenzen, am schlimmsten aber trifft es die Kinder, die sich selbst mit dem Virus angesteckt haben. Mittlerweile sind die antiretroviralen Medikamente so hervorragend, dass sie eine HIV-Infektion oftmals zu einer chronischen Krankheit machen können. In den Jahren, in denen das noch nicht so war, verloren viele Kinder beide Elternteile innerhalb kurzer Zeit. Wenn die zurückgeblieben Waisenkinder Glück hatten, landeten sie bei Verwandten, die jedoch meistens selbst nicht genug zum Leben hatten. Wenn sie Pech haben, landeten sie auf der Straße.
Die Kombination aus Hunger und einer HIV-Infektion verläuft meist tödlich. Zum einen ist der Körper so geschwächt, dass eine Infektion nicht lange zurückgedrängt werden kann. Zum anderen können die Medikamente – zumindest die frei beziehbaren – kaum auf nüchternen Magen genommen werden. Das Mount Sinai Centre hat deshalb ein Essensprogramm ins Leben gerufen, in dem 120 betroffene Kinder die für sie in vielfacher Hinsicht überlebensnotwendigen Essensspenden erhalten.

Milchpulver statt Stillen
Bis vor kurzem bestand ein besonders großes Problem in der Übertragung des Virus von einer HIV-positiven Mutter auf ihr gesundes Baby: Das HI-Virus war regelmäßig auch in der Muttermilch nachweisbar – die Folge: Mindestens ein Drittel der Kinder wurde bereits während der Stillzeit infiziert und verstarb noch vor Erreichen des zweiten Geburtstags. Den Müttern wurde dringend angeraten, auf das Stillen ihres Kindes zu verzichten und stattdessen Milchpulver als Babyersatznahrung zu geben. Doch woher das Geld für das teure Milchpulver von 18 Euro im Monat nehmen? Rat hin oder her: Den Müttern blieb oftmals nichts anderes übrig, als notgedrungen weiter zu stillen und so Gefahr zu laufen, ihr Kind anzustecken. An diesem Punkt kam das Mount Sinai Centre ins Spiel. Rund 100 Babies HIV-positiver Mütter im Alter von bis zu zwei Jahren wurden im Mount Sinai Centre mit Milchpulver versorgt.

Nun jedoch kristallisiert sich eine Lösung heraus, die das Übel an einer noch früheren Wurzel packt: Denn erste Nachweise besagen, dass eine Übertragung des HI-Virus auch durch die Verabreichung antiretroviraler Medikamente an die Mutter vermieden werden kann (Promise Studie vom US-Institut of Health) und die Infektionsrate der Babys bei konsequenter Medikamenteneinnahme bei unter 1% liegt. Der Vorteil des Stillens gegenüber der Flaschennahrung liegt dabei auf der Hand: Es entfällt die aufwändige Zubereitung und das Kind bekommt durch die Muttermilch auf endemische Keime angepasste Antikörper, die das Immunsystem stärken.

Folgerichtig empfehlen mittlerweile sowohl die WHO als auch die namibische Regierung (“Namibia National Guidelines for Antiretroviral Therapie“) den HIV-infizierten Müttern die regelmäßige Einnahme antiretroviraler Medikamente und das gleichzeitige Stillen ihrer Kinder. Die Medikamente erhalten die Schwangeren und Mütter kostenlos über die Krankenhäuser und die Frauen werden nach der Geburt in den Krankenhäusern entsprechend instruiert. Dem Mount Sinai Centre bleibt hier eine vor allem aufklärende Funktion: Seit Anfang dieses Jahres wurde damit begonnen, Frauen schon vor der Geburt zur Einnahme der antiretroviralen Medikamente zu bewegen und sie an die staatlichen Abgabestellen zu verweisen.

Milchpulver wird noch an die Mütter abgegeben, die bereits im Programm sind und für deren Kind eine Fortsetzung der Ernährung über Milchpulver zumindest bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres notwendig ist. Wir werden hier jede einzelne Mutter begleiten und gemeinsam den richtigen Zeitpunkt bestimmen. Voraussichtlich werden wir noch bis Ende des Jahres 2017 Babys im Programm haben. Danach kann die Artemed Stiftung zu Recht sagen: Unsere Mission ist hier erfüllt! Und künftig hat das Kind nicht nur die Chance auf ein Leben ohne HI-Virus, es wird dieses auch viel seltener als Waise bestreiten müssen.

Bildung für ein besseres Leben
Um den Kindern nachhaltig eine bessere Zukunft zu ermöglichen, ist Bildungs- und Aufklärungsarbeit unerlässlich.
Im Mount Sinai Centre werden regelmäßig Workshops für Familien zum Thema HIV abgehalten. Zudem existieren Bildungsangebote für die Mütter, um sie aus ihrer Abhängigkeit zu befreien. Sie können im Centre einen Computerkurs machen, in der hauseigenen Küche kochen und die Speisen verkaufen oder lernen, wie man Seifen produziert. Was für uns nach Banalität klingt, ist für sie die Möglichkeit, ihren Kindern eine Chance zu bieten, die sie selbst nie hatten.

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